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Hürden für LiMux
Veröffentlicht durch Raffzahn am Mittwoch 04. August 2004, 09:36
Aus der sacklzement Abteilung
Linux Eine Heisemeldung berichtet, daß die Ausschreibung für den Linux-Desktop in der Münchner Stadtverwaltung 'dank' eines Antrags der Grünen zur Überprüfung der Patentsituation vorerst gestoppt ist.

Zugegeben, die Situation bietet sich an, es ist jedoch zu befürchten, daß die Verwendung des Münchner Projekts um Bundespolitik zu machen zu einem Bummerang wird. Ist das nicht genau die Konstellation, die nicht nur die wenigen (echten) Linuxgegner befriedigt, sondern auch die großen Masse an sicherheitsbewusten (*1) Beamten von Linux abweisen kann? Man kann es fast auf den Fluren hören 'Hätten wir Microsoft genommen wären wir schon weiter, da gibt's sowas nicht'.

Zweifelhaft, für mich, ist hier besonders das Vorgehen mittels eines Antrags im Stadtrat, der den Stop zwangsläfig herbeigeführt hat. Es dürfte jedem klar sein, daß die Patentfrage nicht innerhalb der nächsten paar Wochen entschieden wird, das zieht sich sicher noch über Jahre hin. Nur, einen Entscheid herbeizuführen, weiterzumachen, dürfte ohne endgültige Klärung der Situation, unmöglich sein. Man kann aber nicht einfach so mal ein Projekt dieser Art für ein paar Monate bis Jahre auf Eis legen. Und das liegt nicht nur an den Kosten und der Unmöglichkeit die Mannschaft aufrecht zu erhalten.

Der Umstieg wurde ja nicht gestartet weil es gerade Spaß macht Linux einzusetzen, sondern weil eine Überarbeitung und Erneuerung der DV-Struktur nötig war. Und dieser Bedarf (*2) ist dringend genug. Von einer redlichen Projektführung kann man jetzt erwarten, daß alles getan wird um den Bedarf zu decken. Wenns sein muß mit Alternativen. Und es dürfte kein Zweifel bestehen das Microsoft sich gerne ein oder gar beide Beine ausreisst um zu helfen.

XP to the rescue

Was bei diesem Spiel mit dem Feuer rauskommen kann mag man garnicht denken ... wenn das weltweit beachtete Projekt Linux fürs Millionendorf München scheitert (*3), dann kann das ein tödlicher Schlag für Linux werden.

---

*1 - Gemeint sind die um die eigene Sicherheit besorgten.

*2 - Aka Sachzwang

*3 - Es spielt keine Rolle hier ob es wirklich nicht geht, oder nur Scheintod rumhängt, nicht eingeführt ist nicht eingeführt.

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    Der Tod (Score:2, Tiefsinnig)
    Von c-mon (simon [bei] blubb (punkt) li) am Wednesday 04. August 2004, 11:01 MEW (#1)
    (User #1208 Info) http://blubb.li
    > Was bei diesem Spiel mit dem Feuer rauskommen kann mag man garnicht denken ... wenn das weltweit beachtete Projekt Linux fürs millionendorf München scheitert (*3), dann ikann das ein tödlicher Schlag für Linux werden.

    Bloedsinn. Glaubst du wirklich, dass Linus frustriert aufhoert zu werkeln weil die Muenchner doch Windows einsetzen? Ich habe manchmal das Gefuehl, gewisse Leute hier versuchen krampfhaft, anderen Linux aufzuschwatzen, aber ist es nicht die Freiheit, die wir an Linux so moegen? Warum also nicht den anderen auch die Freiheit lassen, auf diese Freiheit zu verzichten? Zugegeben, Muenchen ist gross, aber nicht die Welt, und es gibt genuegend andere grosse Staedte/Staaten die momentan am Wechsel zu Linux beteiligt sind.

    Linux lebt auch ohne das Server/Desktop-Monopol.

    -- PPC: Penguin Powered Computing
    Re: Der Tod (Score:1)
    Von Raffzahn am Wednesday 04. August 2004, 11:30 MEW (#5)
    (User #345 Info) http://www.vcfe.org/
    Ob Linus was proggt oder aufhoert ist nebensachlich. Es geht hier garantiert nicht um einzelne Personen. Sache ist jedoch, dass das muenchner (*1) Linuxprojekt gerade auch im Ausland sehr starke beachtung findet. Staerker als man hier vieleicht meint. Ich bin z.B. vor 3 Wochen, in Amiland, von drei verschiednen Leuten darauf angesprochen worden (Pinguinpin am Hemd hilft :).

    Genauso geht es nicht darum ob ein paar Bastler Linux hernehmen oder nicht. Da ist es genauso gut wie AmigaOS, Atari-GEM, oder auch GS/OS ... ales notable Betriebssysteme mit lebendiger Bastlergemeinde. Hier geht es darum ob Linux ein ernstzunehmendes professinelles OS ist, das auch zum Breiteneinsatz taugt, und nicht nur eine Fingeruebung von Programmierern, ohne Auswirkung in der realen Welt.

    Und ganz neben bei geht es auch darum ob man mit Linux (und Freier Software) seine Broetchen verdienen kann, oder doch besser bei MS bleibt.

    Muenchen ist eben nicht irgendeine Stadt, sondern _der_ Pruefstein fuer den OSS einsatz.

    Gruss

    H.

    ---

    *1 - ach ja, welche grossen Staedte wie M kennst Du denn die _ernsthaft_ ein Linuxprojekt haben - und ich mein jetzt nicht blosses Rumgerede.
    Re: Der Tod (Score:0)
    Von Anonymer Feigling am Wednesday 04. August 2004, 11:59 MEW (#8)

    Volle Zustimmung.

    Die Münchner Migration wird weltweit als Prüfstein für die Realitätstauglichkeit Freier Software angesehen.


    Re: Der Tod (Score:2)
    Von tronco_flipao (t ro nc o@gmx.ch) am Thursday 05. August 2004, 18:11 MEW (#24)
    (User #729 Info)
    Hier geht es darum ob Linux ein ernstzunehmendes professinelles OS ist, das auch zum Breiteneinsatz taugt, und nicht nur eine Fingeruebung von Programmierern, ohne Auswirkung in der realen Welt.

    Das Linux ein ernstzunehmendes OS ist muss sich doch nicht in München entscheiden. München ist einfach ein dickes Projekt aber bitte nicht übertreiben. Extremadura (eine Provinz in Spanen die fast zweimal so gross ist wie die Schweiz) hat den Wechsel zu Linux vollzogen und hat eine eigene auf Debian basierende Distribution . Die Weltgrösste Suchmaschine Google setzt Linux im grossen Stil ein. Der grösste Online-Buchshop Amazon setzt Linux ein. Dreamwork die ein paar Kassenschlager in letzter Zeit hatten rendern mit Linux. Ich arbeite in einem internationalen Unternehmen das mit Autoinformationen handelt und wir setzten mit unseren Linux-Servern zweistellige Millionenbeträge um pro Jahr und das alles mit Linux-Servern. Diverse Deutsche Behörden wurden letztes Jahr auf Linux migriert, darunter auch die Monopolkommission (auf Servern und Clients, Infos hier). Nur um ein paar Beispiele zu nennen.
    Hast Du die letzten paar Jahre geschlafen oder keine Newsticker gelesen? Das hier ist die reale Welt und Linux ist ein Thema das seit langem ernst genommen wird.

    Muenchen ist eben nicht irgendeine Stadt, sondern _der_ Pruefstein fuer den OSS einsatz.

    Eben doch. München ist irgendeine Stadt, nur liegt sie per Zufall in Deutschland und somit in unserer Nähe. Das macht die Sache aber nicht wichtiger. München muss beweisen das sie ein Projekt durchziehen können. Dass man sich in München bei einem Projekt dieser Grössenordnung nicht vorher Gedanken darüber gemacht hat und ist eher peinlich. Zudem finde ich es kritisch, das man sich nicht gegen Patentierbarkeit von Software einsetzt sondern davon ausgeht dass das Patentrecht aus den USA übernommen wird und das Linux bzw. freie Software gegen solche Patente verstösst. Müsste dann Google als Amerikanisches Unternehmen nicht schon in zahlreiche Prozesse verwickelt sein?.

    Linux selber hat nichts mehr zu beweisen. Es wurde eher bewiesen dass das patentieren von Software Schwachsinn ist.


    Nicht nachdenken! (Score:3, Tiefsinnig)
    Von tL (dave bei frozenbrain punkt com) am Wednesday 04. August 2004, 11:15 MEW (#2)
    (User #981 Info) http://www.frozenbrain.com
    Wie wär's, wenn die Leute einfach mal NICHT nachgedacht hätten? Klar, später wären sie wohl wegen ebendiesem Problem angegriffen worden, aber es wäre auch ein IMHO spitzenmässiges Druckmittel gegen oben gewesen.

    Naja, immerhin kann man's auch positiv sehen: Das ganze Ideen-Patent-Theater bekommt mehr Publicity. Ich weiss nicht wie "man" den "normalen" Leuten klarmachen will, dass die Software momentan noch legal ist, aber durch ein neues Gesetz plötzlich gefährdet ist? Ich denke, dies könnte etwa ähnlich schwierig werden wie plötzlich den Alkohol zu verbieten. Vorausgesetzt, "das Volk" bekommt's mit.


    tL

    --
    Dieser Kommentar wurde von tL für eine Fabrik voller besoffener GEZ-Spitzel generiert.
    Re: Nicht nachdenken! (Score:2)
    Von pfr am Wednesday 04. August 2004, 11:30 MEW (#4)
    (User #4 Info) http://www.math.ethz.ch/~pfrauenf/
    Das ganze Ideen-Patent-Theater bekommt mehr Publicity. Ich weiss nicht wie "man" den "normalen" Leuten klarmachen will, dass die Software momentan noch legal ist, aber durch ein neues Gesetz plötzlich gefährdet ist?

    Als Normalbürger würde ich da aber eher sagen: "Den Beamten spinnt's mal wieder. Die wollen was Neues haben, das wohl bald illegal wird. Weshalb bleiben die nicht beim bewährten Windows?" Um die Leute auf der Strasse zu überzeugen wäre dein Strategie 'Nicht nachdenken' meiner Meinung nach besser geeignet. Da hat man dann nämlich ein neu eingeführtes System, das bestens funktioniert, Weltruhm hat und wenig kostet. Und das wollen einem die da oben in Berlin und Brüssel wieder wegnehmen? "Pah! Denen zeigen wir's."
    --
    Kühe geben keine Milch, die Bauern nehmen sie ihnen weg!

    Rechtschreibung (Score:2)
    Von pfr am Wednesday 04. August 2004, 11:22 MEW (#3)
    (User #4 Info) http://www.math.ethz.ch/~pfrauenf/
    Bitte, bitte Raffzahn, lies den Artikel mit deinem Rechtschreib-Auge nochmals durch.
    • Ist das nicht genau die Situation, die nicht nur die wenigen Linuxgegner befriedigt, sondern auch die große Masse an sicherheitsbewusten (*1) Beamten von Linux abweisen kann? Man kann es fast auf den Fluren hören: 'Hätten wir Microsoft genommen wären wir schon weiter, da gibt's sowas nicht'.
    • Es dürfte jedem klar sein, daß die Patentfrage nicht innerhalb der nächsten paar Wochen entschieden wird, das zieht sich sicher noch über Jahre hin.
    • Und das liegt nicht nur an den Kosten und der Unmöglichkeit die Mannschaft aufrecht zu erhalten.
    • Was bei diesem Spiel mit dem Feuer rauskommen kann, mag man gar nicht denken ... wenn das weltweit beachtete Projekt Linux fürs Millionendorf München scheitert (*3), dann kann das ein tödlicher Schlag für Linux werden.
    • Es spielt keine Rolle hier ob es wirklich nicht geht, oder nur Scheintod rumhängt, nicht eingeführt ist nicht eingeführt.
    (Korrekturen fett, Interpunktion nur in wenigen Fällen korrigiert)
    --
    Kühe geben keine Milch, die Bauern nehmen sie ihnen weg!
    Re: Rechtschreibung (Score:1)
    Von Raffzahn am Wednesday 04. August 2004, 11:44 MEW (#6)
    (User #345 Info) http://www.vcfe.org/
    Schoen das Du keine Inhaltliche Themen hast :)

    Re: Rechtschreibung (Score:1)
    Von pfr am Wednesday 04. August 2004, 12:41 MEW (#11)
    (User #4 Info) http://www.math.ethz.ch/~pfrauenf/
    Schade, dass du mein Posting nicht gelesen hast. Ich tu' nicht gern 2 total verschiedene Themen (Rechtschreibung und Inhaltliches) im selben Posting vermischen.
    --
    Kühe geben keine Milch, die Bauern nehmen sie ihnen weg!
    Re: Rechtschreibung (Score:1)
    Von Raffzahn am Wednesday 04. August 2004, 13:21 MEW (#14)
    (User #345 Info) http://www.vcfe.org/
    'Tuerlich hab ich ... und wenn ich haett's auch fast hochmoderiert ... aber ich halt mich mal zurueck :)

    Gruss
    H.
    Re: Rechtschreibung (Score:1)
    Von c-mon (simon [bei] blubb (punkt) li) am Wednesday 04. August 2004, 13:57 MEW (#16)
    (User #1208 Info) http://blubb.li
    dann wuerd ich mal anfangen die fehler zu korrigieren. was er da naemlich macht ist nicht pingeliges herumhacken um leute fertig zu machen sondern aktive mitarbeit am portal, und das muss ja nicht nur inhaltlich sein.
    -- PPC: Penguin Powered Computing
    Re: Rechtschreibung (Score:0)
    Von Anonymer Feigling am Wednesday 04. August 2004, 16:49 MEW (#17)
    Häng' Dich doch auf.
    Bärendienst (Score:0)
    Von Anonymer Feigling am Wednesday 04. August 2004, 11:57 MEW (#7)

    Da haben die Grünen im Sinne der eigenen Selbstdarstellung Freier Software und dem Kampf gegen Softwarepatente einen Bärendienst erwiesen.

    Zum Einen wird nun die Migration in München gestoppt und ist damit vermutlich tot.

    Zum Anderen muß man -- nun da es ja dann keine negativen Auswirkungen mehr gibt -- SWPATs auch nicht mehr verhindern.

    Glückwunsch, Münchner Grüne!

    Das erinnert mich an das Pro-Linux Interview mit Greve.

    Ich wünschte, andere Leute hätten wie beispielsweise auch die FSFE die Selbstdarstellung hintenan gestellt und diese dümmliche

      "Wenn SWPATs kommen, können wir Freie Software gleich vergessen"
    Argumentation ebenso sorgfältig vermieden.


    Re: Bärendienst (Score:0)
    Von Anonymer Feigling am Wednesday 04. August 2004, 12:29 MEW (#10)

    Da tust Du den armen Grünen ein bisschen unrecht.

    Das Ganze schein mit einer FUD-Kampagne gegen Freie Software von Florian Müller im Namen von FFII und MySQL begonnen zu haben.

    Kapitaler Bock, Herr Müller.


    Vabanque (Score:2)
    Von P2501 am Wednesday 04. August 2004, 12:26 MEW (#9)
    (User #31 Info) http://www.p2501.ch/

    Es ist ein nicht ungefährliches Spiel, bei dem das Überleben des Projekts auf dem Spiel steht. Das auch die Zukunft von Linux selbst gefährdet ist, glaube ich aber nicht. Linux ist im Business-Umfeld bereits etabliert. Höchstens die Zukunft von Linux als Desktop-OS könnte gefährdet sein, <ketzer>aber ich bin mir auch nicht sicher, ob das überhaupt wünschenswert ist</ketzer>.

    Abgesehen davon: Es ist zu erwarten, dass ein Rechtsgutachten erstellt wird. Ist das beauftragte Büro pro Softwarepatente, so wird es vermutlich behaupten, die Patente seien kein Problem. Ist es kontra Softwarepatente, so wird es vermutlich behaupten, die Patente seien ein Problem, egal welche Software man einsetzt. So schlecht siehts also nicht aus.


    --
    Linux ist eine Turboprop. HURD ist ein Düsenjetprototyp, der seinen Heimatflughafen nie verlassen hat.

    Re: Vabanque (Score:0)
    Von Anonymer Feigling am Wednesday 04. August 2004, 12:48 MEW (#12)

    Es geht auch nicht um das "Überleben" Freier Software im Allgemeinen, sondern darüber, welchen Stellenwert es wann einnimmt.

    Und da war München extrem wichtig.

    Wenn das Projekt -- wie es im Moment scheint -- an die Wand fährt, sind als nächste die Firmen dran, denen Briefe ins Haus flattern in der Art:

      "Wie Sie ja wissen, hat München entschieden, daß es rechtlich unsicher ist, Freie Software einzusetzen. Wollen Sie wirklich das Vertrauen Ihrer Anleger, Kunden und Zulieferer so leichtfertig riskieren? Wollen Sie wirklich ein Produkt mit bekannten und anerkannten Rechtsmängeln einsetzen und dafür den eigenen Kopf hinhalten?"

    Sicher werden die Server nicht magisch über Nacht verschwinden, aber nachdem dies auf einer Aktion von FFII und MySQL zu basieren scheint, kann Microsoft wunderbar darauf hinweisen, daß Freie Software selbst offenbar nicht daran glaubt, rechtssicher zu sein.

    Das ist ein Argument mit dem sie mehr gewinnen können als mit allen bezahlten Studien der Vergangenheit.

    Daher: Sicher geht es bei Betrachtung als isolierter Einzelenscheidung um eine schmerzhafte, aber nicht tödliche Geschichte. Schmerzhafter sind die Spätfolgen.


    Re: Vabanque (Score:3, Interessant)
    Von P2501 am Wednesday 04. August 2004, 13:15 MEW (#13)
    (User #31 Info) http://www.p2501.ch/
    Kaum. Das Argument der Rechtsunsicherheit ist nicht neu. Tatsächlich wurde schon viel schwereres Geschütz aufgefahren, wie zum Beispiel die Behauptung, der Einsatz von GPL-Software sein generell illegal. Und wie schon gesagt wird die Studie wohl entweder zum Schluss kommen, Patente seien gar kein Problem, oder aber, sie seien ein generelles (nicht auf OSS beschränktes) Problem.

    --
    Linux ist eine Turboprop. HURD ist ein Düsenjetprototyp, der seinen Heimatflughafen nie verlassen hat.

    Re: Vabanque (Score:1)
    Von spalter am Wednesday 04. August 2004, 13:38 MEW (#15)
    (User #1667 Info)
    Kaum. Das Argument der Rechtsunsicherheit ist nicht neu. Tatsächlich wurde schon viel schwereres Geschütz aufgefahren, wie zum Beispiel die Behauptung, der Einsatz von GPL-Software sein generell illegal.

    Aber bisher wurden diese Argumente nicht ernstgenommen. Wenn allerdings das Projekt in München scheitert, dann werden diese Argumente durchaus ernstgenommen und zu einem ernsthaften Problem. Aber ich denke dies wird dir egal sein, denn du willst Linux ja nur auf deinem System in deiner Kammer auf privater Basis einsetzen. Sorry, aber ich nicht!
    Re: Vabanque (Score:2)
    Von P2501 am Thursday 05. August 2004, 09:38 MEW (#19)
    (User #31 Info) http://www.p2501.ch/

    Aber bisher wurden diese Argumente nicht ernstgenommen. Wenn allerdings das Projekt in München scheitert, dann werden diese Argumente durchaus ernstgenommen und zu einem ernsthaften Problem.

    In der Anfangszeit von Linux haben Grossfirmen wie Novell oder IBM sich von Linux distanziert, weil sie die lizenzrechtliche Situation für zu Heikel hielten. Linux hat sich trotzdem auf den Servern etabliert, und wird jetzt aktiv von diesen Firmen unterstützt. Auch gibt es verschiedene Regierungen weltweit, die nach anfänglichen Bedenken auf Linux umgestellt haben. Und du glaubst ernsthaft, Linux werde praktisch verschwinden, nur weil eine Stadtregierung die Patenrechtssituation für zu Heikel hält? Ich bitte dich.

    Aber ich denke dies wird dir egal sein, denn du willst Linux ja nur auf deinem System in deiner Kammer auf privater Basis einsetzen. Sorry, aber ich nicht!

    Oh, ich war durchaus mal missionarisch veranlangt. Aber dieses Kapitel hab ich erfolgreich abgeschlossen. Also mach dir keine Sorgen. Fürs erste würde ich den möglichst regelmässigen Kontakt zu Pragmatikern suchen, und ab und zu einen Blick über den Tellerrand wagen.


    --
    Linux ist eine Turboprop. HURD ist ein Düsenjetprototyp, der seinen Heimatflughafen nie verlassen hat.

    Re: Vabanque (Score:1)
    Von spalter am Thursday 05. August 2004, 12:16 MEW (#20)
    (User #1667 Info)
    Und du glaubst ernsthaft, Linux werde praktisch verschwinden, nur weil eine Stadtregierung die Patenrechtssituation für zu Heikel hält? Ich bitte dich.

    Es wäre zumindest ein heikler Schlag gegen Linux, denn das Projekt gilt weltweit als Referenzprojekt dieser Art. Ich arbeite selbst in der EDV-Abteilung einer öffentlichen Verwaltung und stelle fest, dass auch hier die Augen auf München gerichtet sind. Die Informatik-Konferenz der Kantone ist im Kontakt mit der Stadt München, wodurch das Projekt auch Auswirkungen auf das Vertrauen der EDV-Verantwortlichen der Kantone in Linux hat.

    Oh, ich war durchaus mal missionarisch veranlangt. Aber dieses Kapitel hab ich erfolgreich abgeschlossen. Also mach dir keine Sorgen. Fürs erste würde ich den möglichst regelmässigen Kontakt zu Pragmatikern suchen, und ab und zu einen Blick über den Tellerrand wagen.

    Bei mir verhielt es sich genau umgekehrt: Mir war es anfangs auch egal, wenn ich der einzige war, der Linux einsetzt, aber mittlerweile habe ich meine Meinung aufgrund diverser Erfahrungen geändert. Ich sage ja auch nicht, dass man jemanden zwingen sollte umzusteigen, aber man soll es zumindest nicht durch Patente und Verunsicherung verunmöglichen.
    Abgesehen davon wage ich durchaus ab und zu einen Blick über den Tellerrand (ich arbeite beruflich in einer Umgebung, in der überwiegend Windows zum Einsatz kommt).
    Re: Vabanque (Score:2)
    Von P2501 am Thursday 05. August 2004, 12:31 MEW (#21)
    (User #31 Info) http://www.p2501.ch/

    Es wäre zumindest ein heikler Schlag gegen Linux, denn das Projekt gilt weltweit als Referenzprojekt dieser Art.

    Weltweit? Dass denn nun auch nicht. Es ist weder das erste Projekt seiner Art, noch wird es das letzte sein. Aber es würde einen hässlichen Kratzer am Image von Linux hinterlassen, da bin ich einverstanden. Und in der Schweiz würde ich mir derzeit keine all zu grossen Hoffnungen machen. Ich bin schon beeindruckt, wenn manche Gemeinden Linux auch nur in Betracht ziehen.

    Bei mir verhielt es sich genau umgekehrt: Mir war es anfangs auch egal, wenn ich der einzige war, der Linux einsetzt, aber mittlerweile habe ich meine Meinung aufgrund diverser Erfahrungen geändert. Ich sage ja auch nicht, dass man jemanden zwingen sollte umzusteigen, aber man soll es zumindest nicht durch Patente und Verunsicherung verunmöglichen.

    Nun, das ist in Ordnung, denke ich. Einfach nicht vergessen: Es gibt keinen heiligen Gral! ;-)


    --
    Linux ist eine Turboprop. HURD ist ein Düsenjetprototyp, der seinen Heimatflughafen nie verlassen hat.

    Re: Vabanque (Score:1)
    Von Raffzahn am Thursday 05. August 2004, 15:18 MEW (#22)
    (User #345 Info) http://www.vcfe.org/
    Einmischung!

    > Weltweit? Dass denn nun auch nicht.

    Hmm... tja, das ist wahrscheinlich eine Frage der Perspektive. Ich persoenlich halte das, was in M passiert auch nicht fuer so besonders, bin ich doch hier daheim, und CH ist viel zu nahe dran an.

    Es ist mir nur letzthin aufgefallen. Sowohl auf der Hope, als auch beim Besuch aufm SUN-Campus in Burlington (Boston) bin ich auf LiMux angesprochen worden ... Es hat gereicht zu erwaehnen dass ich aus Muenchen bin (und der Punker-Pinguin-Pin von Linuxtag :)

    Ich denke mal das interesse da draussen ist wesentlich groesser als es von hier aus scheint.

    Gruss
    H.
    Re: Vabanque (Score:1)
    Von spalter am Thursday 05. August 2004, 16:06 MEW (#23)
    (User #1667 Info)
    Es ist mir nur letzthin aufgefallen. Sowohl auf der Hope, als auch beim Besuch aufm SUN-Campus in Burlington (Boston) bin ich auf LiMux angesprochen worden ... Es hat gereicht zu erwaehnen dass ich aus Muenchen bin (und der Punker-Pinguin-Pin von Linuxtag :)

    Musst nur mal auf die verschiedenen Newsseiten gehen. Die Meldung über den vorläufigen Aufschub erschien von Slashdot über OSNews zu Financial Times in ziemlich allen grösseren Seiten und Portalen.
    Re: Vabanque (Score:2)
    Von P2501 am Friday 06. August 2004, 09:44 MEW (#25)
    (User #31 Info) http://www.p2501.ch/
    Na schön, ich hab die Bedeutung unterschätzt. Aber das ist immer noch weit entfernt von "weltweit". Auch und gerade in der IT-Industrie besteht die Welt nicht mehr nur aus den USA. Abgesehen davon wird die Schlagzeile "Deutsches OpenSource Projekt von neuem, europäischen Gesetz gestoppt!" ausserhalb von Europa wohl nicht unbedingt als Minuspunkt für OpenSource angesehen.

    --
    Linux ist eine Turboprop. HURD ist ein Düsenjetprototyp, der seinen Heimatflughafen nie verlassen hat.

    Aufregung um heisse Luft (Score:2, Interessant)
    Von haruschi am Wednesday 04. August 2004, 19:14 MEW (#18)
    (User #791 Info)
    Wenn ich mir die zitierten Quellen ansehe, kann ich nirgends einen Hinweis darauf finden, dass das Linux Projekt auf Antrag der Grünen gestoppt worden sei.
    Es ist vielmehr so, dass die Grünen die Stadtregierung aufgefordert haben, bei der Bundesregierung gegen deren Haltung zu Softwarepatenten zu intervenieren und sie dazu aufgefordert haben, die Position des EU-Parlamentes zu übernehmen. Das ist IMO ein sehr lobenswerter Antrag.
    Daraufhin hat der EDV-Verantwortliche die Ausschreibung des Desktop-Clients auf Eis gelegt, bis die rechtliche Situation analysiert sei. Auch hier steht nicht einmal, dass man wirklich warten will, bis die Softwarepatent Direktive beschlossen ist. Man will einfach zuerst mal "analysieren". Die ganze Sistierung scheint mir sehr vage zu sein.

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