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... brauchen wir Mono, wenn Linux sich auf dem Desktop etablieren soll: Ein Beispielargument warum man nicht endlich die Software auf Linux portiert: "Ja toll, doch warum? Windows-Apps laufen nicht, also glaubt der Kunde (der ja DAU ist) einen Großteil der Flexibilität zu verlieren: 'Verdammt, Moorhuhn 2002 läuft nicht auf meinem Arbeitsplatz!' Bleibt also die Möglichkeit unsere Software als embedded System zu verkaufen. Fuck, dann haben wir aber auch noch den Support für unser Linux-Gewurstel an der Backe."
Wird .net akzeptiert, gibt es in Zukunft wohl auch etliche Office-Applikationen die auf .net aufsetzen. Die Hoffnung besteht, daß sie auch unter Mono laufen werden: Zwar konnte Microsoft - wie auf den Monoprojektseiten nachzulesen - sich auch diesmal nicht zurückhalten Windows-only-features einzubauen, <in-a-better-world> aber mit Firmen wie IBM im Rücken besteht die kleine Hoffnung Entwickler zu überzeugen, diese Features nicht zu verwenden und dafür portable Applikationen zu erhalten</in-a-better-world>.
Außerdem kann ich mir vorstellen, daß Microsoft in absehbarer Zeit die Macrofunktionen der Office auf .net umstellt -- goldene Aussichten für Projekte für Gnumeric...
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Von Anonymer Feigling am Thursday 03. January, 14:47 MET (#2)
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Nun, wozu tatsaechlich brauchen wir Mono? Wie
bei Microsoft nachzulesen ist, werden betraechtliche
Teile von .NET nicht freigegeben werden. M.a.W.:
es ist zwar mit .NET moeglich, portierbare Progis
zu schreiben, aber das will ja nix heissen, das
ist auch in C/C++ grundsaetzlich moeglich. Der
Punkt ist, dass .NET-Applikationen nicht
grundsaetzlich auf mehreren Plattformen laufen
werden (wie dies z.B. bei Java der Fall ist),
sondern nur, wenn sie explizit Mehrplattformfaehig
entwickelt wurden.
Das macht auch das Gnumeric-Beispiel zur Farce: Wie
wuerde Gnumeric denn von .NET profitieren? Selbst
wenn die Office-Macrofunktionen .NET-basierend
neu implentiert werden sollten, heisst dies noch lange
nicht, dass diese Implementation frei sein wird
oder auch nur auf einer anderen Plattform als
Windows erhaeltlich sein wird. Wer Microsoft-
proprietaere .NET-Funktionalitaet benutzt wird auch
weiterhin Software nur fuer Windows entwickeln.
Was bedeutet dies fuer DotGNU? Ich kann mir nicht
wirklich vorstellen, dass DotGNU gute Chancen
hat. Irgendwie werden bei GNU-Projekten seit
Jahren immer wieder die wesentlichen Dinge, was
ein Projekt nicht nur akademisch interessant macht,
vergessen. Ein sehr gutes Beispiel dafuer ist die Java-Unterstuetzung
in GCC 3.x: Bis jetzt habe ich noch nie eine
real existierende Java-Applikation damit zum
Laufen gekriegt (fehlende GUI-Unterstuetzung,
fehlende Unterstuetzung fuer dynamische
Classloader-"Spielereien") und weiss auch von
niemandem, der es ohne groessere Re-Writes
geschafft hat. Wohlgemerkt, ich spreche hier
von GNU selber, nicht von freier SW allgemein.
Die Masse der Entwickler (und ihrer Auftraggeber)
wird (leider) lieber die M$-Abhaengigkeit in Kauf
nehmen statt auf huebsche Kinkerlitzchen zu
verzichten, die nun mal in .NET ganz sicher
enthalten sein und die in DotGNU wahrscheinlich
fehlen werden. Also: alte Situation, neue
Produktnamen.
Hoffentlich irre ich mich!
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Leider glaube ich, dass du dich nicht irrst :-(
Es gibt wohl nur eine Hoffnung, nämlich die, dass sich .NET nicht so durchsetzt, wie es sich MS wünscht.
Ansonsten sind wir wieder da, wo KDE-Leute solche 'Kinkerlitzchen' (wie seinerzeit z.B. ActiveX als Browserplugin) in mühsamer Arbeit implementieren und dafür von der Community mit Buhrufen geehrt werden.
Durch die Tatsache, dass MS Teile von .NET als Offenen Standard veröffentlicht hat und Ximian bei Mono unterstützt, wird die breite Masse der Programmierer wohl dem Köder der Crossplattformfähigkeit von .NET glauben schenken und darauf eingehen. Dann wird der FUD wieder losgehen, dass LINUX nichtmal fähig sei, einen Offenen Standard komplett zu implementieren, wobei ganz verschwiegen werden wird, dass eben die fehlenden Teile gar nicht offengelegt wurden.
Mal sehen, wie die Mono und DotGNU Geschichte ausgeht, spannend ist sie jedenfalls.
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ein denkbares Szenario.
Es lässt sich aber auch feststellen, dass proprietäre, einseitige, monopolistische (usw. ;) Technologien (resp. -Erweiterungen) auf grosse Akzeptanzprobleme stossen und darum generell einen schweren Stand haben werden (Bsp. MS Passport vs. Liberty Alliance vs. Virtual IDs/IDsec etc.)
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Bei diesen vielen Schlagwörtern und Grabenkämpfen besteht ein bisschen die Gefahr, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht...
Die grundsätzliche Idee hinter Web Services (im Sinn der Definition des DotGNU-Projekts) ist es ja, eine verbesserte Interoperabilität (Zusammenarbeit/Kommunikation) zwischen Programmen zu ermöglichen und zwar nicht nur auf einer einzelnen Maschine, sondern über Netzwerke wie das Internet. Dabei sehe ich zwei Aspekte:
- Die rein technische Sicht
Man kann eine Technologie, die für die Kommunikation resp. Remote-Procedure-Calls zwischen Programmen XML-Messages verwendet (das steckt hinter SOAP/XML-RPC etc.), einfach als (neue) Alternative zu bestehender Middleware wie CORBA/RMI/JMS usw. ansehen (mal ganz ohne Wertung, obwohl man durchaus die technische Vor-/Nachteile der verschiedenen Technologien diskutieren könnte).
- Die "philosophische" Sicht
Die Frage nach der Wertung und Bedeutung. Angenommen, diese Technologien haben das Potential, die Interoperabilität zwischen Programmen über Netzwerke zu ermöglichen bzw. massiv zu verbessern, dann wäre das vergleichbar mit der Entstehung des WWW. Der grosse Nutzen des WWW beruht ja hauptsächlich auf der so simplen wie genialen Idee, Dokumente (d.h. Inhalte) via Links zu vernetzen. Diese Idee lässt sich nun vom eher Statischen (Dokumente/Inhalt) übertragen auf das Dynamische (Programme/Ablauflogik) und möglicherweise resultiert daraus ein ähnlicher Nutzengewinn wie bei der Entstehung des Webs.
Hier kommen natuerlich auch normative Fragen ins Spiel, z.B. ob eine solche Vernetzung überhaupt wünschenswert ist, ob die Vorteile die Nachteile überwiegen etc.
Aus dieser abstrahierten Sicht verkommen die konkreteren Fragen zu Detailfragen (die aber nicht minder wichtig sind!). Z.B. besitzen die besagten Technologien überhaupt dieses Potenzial? Gibt es bessere? Welche Rahmenbedingungen sollen beachtet werden (Fragen wie Schutz vor Missbrauch einer Marktmacht, Datenschutz, Kontrolle, Lizenzierung, offene Standards usw.) Etc. etc. - zurzeit gibt es wohl einiges mehr Fragen als Antworten darauf...
Man kann das Ganze natürlich auch nüchtern betrachten und darauf bauen, dass sich auf die Dauer in einer (mehr oder weniger) freien Gesellschaft aus Akzeptanzgründen sowieso nur "Gutes" bzw. "Sinnvolles" halten kann, was immer das dann sein wird.
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> Hier kommen natuerlich auch normative Fragen
> ins Spiel, z.B. ob eine solche Vernetzung
> überhaupt wünschenswert ist, ob die Vorteile
> die Nachteile überwiegen etc.
Am Anfang des WWW konnte man sich gar nicht vorstellen, dass eines Tages die ganze Welt vernetzt sein wird, und was für Daten man denn überhaupt so austauschen könnte. Ob die Technik nun nützlich, wünschenswert oder negativ ist, egal, der Markt wird die Nachfrage schaffen und es wird sich durchsetzen. Das ist bei Luxusgütern nun mal so.
> Aus dieser abstrahierten Sicht verkommen
> die konkreteren Fragen zu Detailfragen
äh, welches sind denn jetzt die Hauptfragen? Nur jene, ob die Technik wünschenswert sei?
Der Markt bewegt sich mit Vollgas in diese Richtung, und du willst ihn noch stoppen?
> Z.B. besitzen die besagten Technologien
> überhaupt dieses Potenzial? Gibt es bessere?
Ja, das hätte ich wirklich sehr gerne mal von jemandem wirklich Kompetenten gewusst! Wer kennt sich mit diesen Netztechnologien (von CORBA über Java bis hin zu .NET) aus und kann sie objektiv einschätzen?
> Welche Rahmenbedingungen sollen beachtet
> werden (Fragen wie Schutz vor Missbrauch
> einer Marktmacht,
Damit wird man in näherer Zukunft wohl Probleme haben, nach dem Etappensieg von Microsoft,
> Datenschutz, Kontrolle,
Ist ja zurzeit sehr willkommen, der Durchschnittsbürger fühlt sich ja heute sehr ausgeliefert und ungeschützt, wenn er nicht lückenlos observiert wird.
> Lizenzierung, offene Standards usw.)
Wie willst du damit die grosse Masse bewegen?
> zurzeit gibt es wohl einiges mehr
> Fragen als Antworten darauf...
Das kann man wohl so sagen!
> ... dass sich auf die Dauer in einer
> (mehr oder weniger) freien Gesellschaft...
Wie frei ist die Gesellschaft noch? Ich habe je länger desto mehr das Gefühl, dass sich die Gesellschaft von einer aufgeklärten, kritisch denkenden Spezies in eine verdummte (siehe amerikanische Bedienungsanleitungen, z.B. Mikrowelle etc), alles tolerierende (DMCA & Co) und unselbstständige Kollektivmasse am entwickeln ist. Denken ist mühsam, wir nehmen es euch ab, wird von der Industrie eingetrichtert. Und auf jede noch so dämliche Lüge finden sich haufenweise Kunden, die darauf reinfallen. Die Menschen werden immer mehr durch marketingtechnische Massnahmen ferngesteuert und gemolken. Da ist die OSS-Community nur ein kleiner Teilaspekt.
Ok, ist grad ein bisschen gar schwarzgemalen, musste das nur mal loswerden.
> aus Akzeptanzgründen sowieso nur "Gutes"
> bzw. "Sinnvolles" halten kann, was immer
> das dann sein wird.
Das "Gute und Sinnvolle" mag sich zeitweise ja durchsetzen, aber wenn ein 11. September kommt, brennt der Verstand bei manchem durch, und das Volk auferlegt sich selber einschneidende, sinnlose und zielverfehlende Gesetze...
Welcher Durchschnittsbürger z.B. liest denn schon die Abstimmungsunterlagen durch? Der Bundesrat hat gesagt/Blocher hat gesagt... und Volk glaubt alles. Wer sich alternative Informationsquellen anzapft, der wird heutzutage schon schräääg angeschaut.
Was wollen die denn schon wieder aus der Reihe tanzen mit ihrem DotGNU?
Sorry, dass ich heute so zynisch bin...
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