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Lichtgeschwindigkeit
Veröffentlicht durch kruemelmonster am Freitag 26. Januar, 07:46
Aus der Überlichtgeschwindigkeit Abteilung
Wissenschaft Ich dachte immer, c sei konstant.. aber:
sultanine writes "In ausgewählten Gasen kann die Geschwindigkeit des Lichts bis auf null reduziert werden - der erste Schritt zum Bau von optischen Computern."

Wie heute der tages-anzeiger berichtet, ist es gleich zwei amerikanischen Forscherteams gelungen, einen Lichtstrahl anzuhalten, diesen Lichtstrahl für kurze Zeit zu speichern um ihn danach mit praktisch unveränderten Eigenschaften wieder auszusenden. Der so entstandene Kurzzeitspeicher gilt als eine Grundvoraussetzung für den Bau von optischen Computern, die nach der Vorstellung renomierter Wissenschafter irgendwann den klassischen Elektronenrechner ersetzen sollen. In der Datenübertragung sind die Vorteile von optischen Glasfasernetzen gegenüber dem Kupferkabel schon heute offensichtlich. Weil sich Licht mit der grösstmöglichen Geschwindigkeit ausbreitet und sich verschiedene Lichtimpulse gegenseitig nicht behindern, können in Glasfasern sehr viel grössere Datenmengen übertragen werden als in herkömmlichen Kupferdrähten. Für den Bau eines optischen Computers wäre es jedoch notwendig, dass Licht nicht nur übertragen, sondern auch gespeichert werden kann. Die optischen Signale müssen daher in elektrische Ströme umgewandelt werden, damit sie in herkömmlichen Computern weiterverarbeitet werden können - ein Vorgang, bei dem viel Rechenzeit verloren geht.
Die Experimente der beiden Forscherteams zeigen nun, dass auf die Umwandlung des Lichts in elektrische Signale verzichtet werden kann. Man verwendet dazu ein Gas aus Rubidiumatomen,das vom einfallenden Licht in einen besonderen angeregten Zustand versetzt wird. Zwar wird das Licht beim Speichern zunächst ausgelöscht, es kann jedoch zu einem späteren Zeitpunkt aus dem angeregten Gas zurückgewonnen werden. Die Bedeutung des Verfahrens liegt darin, dass es damit erstmals gelungen ist, alle Eigenschaften des Lichtsignals auf das Gas aus Metallatomen zu übertragen und anschliessend aus diesem Gas einen neuen Lichtpuls zu erzeugen, der durch die exakt gleichen Eigenschaften gekennzeichnet ist wie das ursprüngliche Signal. Weil das neu erzeugte dem ursprünglichen Lichtsignal genau gleicht, ist das Verfahren im Grunde auch identisch mit dem kurzzeitigen Anhalten des Lichts.
Die Physiker sind sich einig, dass die Experimente zur Zeit noch keine unmittelbaren Anwendungen haben werden. Denn die aufwändige Kontrolle der Gase gelingt bislang nur in wenigen spezialisierten Labors. Diese Situation könnte sich grundlegend ändern, wenn entsprechende Effekte auch in Festkörpern beobachtet werden. Einige Wissenschafter glauben, dass dann auch der Bau von Quantencomputern näher rücken würde. Denn das Anhalten eines Lichtpulses wäre in diesem Fall gleichbedeutend mit dem Speichern des Quantenzustands des Lichts. Und dies wäre der erste Schritt zu einem quantenmechanischen Arbeitsspeicher.

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    Lichtgeschwindigkeit nicht konstant (Score:4, Informativ)
    Von pfr am Friday 26. January, 08:42 MET (#1)
    (User #4 Info) http://www.math.ethz.ch/~pfrauenf/
    Die Lichtgeschwindigkeit ist bei weitem nicht konstant. Es kommt immer auf die "optische Dichte" des Mediums an, in dem sich das Licht bewegt. So läft das Licht in Glasfaser nicht mit der Lichtgeschwindigkeit des Vakuums (c = ca. 299790km/s), sondern ein bisschen langsamer, nälich mit der Geschwindigkeit c/n. Wobei n der Brechungsindex des Mediums ist. Für Quarzglas ist n=1.459.
    --
    Kühe geben keine Milch, die Bauern nehmen sie ihnen weg!
    Re:Lichtgeschwindigkeit nicht konstant (Score:2, Informativ)
    Von hedwig am Friday 26. January, 10:41 MET (#2)
    (User #336 Info)
    Das steht übrigens auch nicht im Widerspruch zur (in diesem Fall speziellen) Relativitätstheorie, wo ja vorausgesetzt wird, daß die Lichtgeschwindigkeit in jedem Inertialsystem gleich ist, egal wie schnell es sich bewegt. Und auch die Beobachtung der Lichtgeschwindigkeit aus einem anderen Inertialsystem ändert die beobachtete Lichtgeschwindigkeit nicht - unabhängig von der relativen Bewegung der Inertialsysteme zueinander. (Das liegt an der komischen zugrundeliegenden Metrik in der Minkowsky Raum-Zeit. Diese verändert unter anderem das Additionsgesetz für Geschwindigkeiten.)

    Der Haken an der Sache: Sobald man ein Medium hat, ist ein Bezugssystem (nämlich das, in dem das Medium ruht) ausgezeichnet. Man hat dann keine Inertialsysteme mehr. Die Änderung der Lichtgeschwindigkeit entsteht ja auch durch Ankopplung der elektromagnetischen Wellen an eben dieses Medium. Kein Widerspruch ...

    Re:Lichtgeschwindigkeit nicht konstant (Score:3, Informativ)
    Von pfr am Friday 26. January, 16:09 MET (#7)
    (User #4 Info) http://www.math.ethz.ch/~pfrauenf/
    Die Definition von Intertialsystem sagt:
    Ein Koordinatensystem x y z heisst Inertialsystem, wenn sich ein kräftefreier Massenpunkt in seinem Rahmen gleichmässig fortbewegt oder ruht.
    (aus F. K. Kneubühl Repetitorium der Physik).

    Da wird nichts von Materie oder Ähnlichem gesagt, es geht nur ums Koordinatensystem. Wenn ich dann einen Klotz Glas hinstelle, dann ist das Koordinatensystem immer noch das selbe (wir lassen jetzt da die Raumkrümmung der allgemeinen Relativitätstheorie ausser acht), also immer noch ein Inertialsystem. Allerdings spricht man bei der Behandlung der Relativitätstheorie immer von der "Lichtgeschwindigkeit im Vakuum".

    Dass die Lichtgeschwindigkeit in einem festen Körper niedriger ist als im Vakuum steht überhaupt nicht im Widerspruch zu irgendeiner Relativitätstheorie. Dieser Umstand wird in der Kernphysik zum Nachweis schneller Teilchen verwendet. Wenn nälich ein schnelles, geladenes Teilchen aus dem Vakuum in ein Material mit tieferer Lichtgeschwindigkeit als die Fortbewegungsgeschwindigkeit des Teilchens einfliegt, dann strahlt es die sogenannte Cherenkov-Strahlung ab und wird damit nachweisbar. Die Cherenkov-Strahlung ist vergleichbar mit dem Mach-Kegel eines überschallschnellen Fliegers. Die Schallgeschwindigkeit hängt ja übrigens auch von der Dichte der Luft (oder des Wassers ab).
    --
    Kühe geben keine Milch, die Bauern nehmen sie ihnen weg!

    Ist das so richtig? (Score:1)
    Von Weedo am Friday 26. January, 12:22 MET (#3)
    (User #307 Info)
    > In ausgewählten Gasen kann die Geschwindigkeit des Lichts bis auf null reduziert werden...

    Ist das denn so überhaupt richtig?
    So wie ich das verstanden habe, wird die Energie (Lichtstrahl) im Spin der Elektronen gespeichert. Erst wenn man wieder einen dazu 90 Grad versetzten Lichtstrahl einbringt, tritt der erste Lichtstrahl wieder aus.

    Insofern ist es doch nichts anderes als eine "normale" Energieumwandlung, oder?
    Re:Ist das so richtig? (Score:2)
    Von pfr am Friday 26. January, 16:15 MET (#8)
    (User #4 Info) http://www.math.ethz.ch/~pfrauenf/
    Ich finde auch, dass "Geschwindigkeit des Lichts bis auf null reduziert" der falsche Ausdruck ist. Allerdings kann von aussen schon so etwas ähnliches festgestellt werden: das Licht hat einfach länger für eine bestimmte Strecke als gewohnt, dh. es ist langsamer.

    Ich finde den Ausdruck "Kurzzeitspeicher für Licht" viel gelungener.
    --
    Kühe geben keine Milch, die Bauern nehmen sie ihnen weg!

    Oh Mann (Score:2, Lustig)
    Von Ventilator (ventilator auf parodia punkt zee haa) am Friday 26. January, 12:44 MET (#4)
    (User #22 Info) http://www.mp3.com/bri
    Und dazu müssen die umfangreiche Forschungen anstellen? Dabei ist es doch allgemein bekannt, dass man z.B. bei Rauch fast nichts sieht. Und warum sieht man nichts? Eben, weil das Licht fast nicht durchkommt. Und warum kommts nicht durch? Weils ausgebremst wird.
    Da brauchts echt keine teure Forschung, um das zu beweisen.
    --
    Diesen Satz bitte nicht lesen!
    Re:Oh Mann (Score:1)
    Von yasa am Friday 26. January, 13:49 MET (#5)
    (User #254 Info)
    Dass ist überhaupt nicht das selbe!
    In deinem Beispiel ist das Licht, und damit die Information verloren. Du kannst das Licht nicht wieder aus dem Rauch gewinnen.
    Hier wird versucht das Licht/Information zu speichern und nachher wieder freizugeben.

    - yasa
    Re:Oh Mann (Score:1, Informativ)
    Von Anonymer Feigling am Friday 26. January, 17:58 MET (#9)
    wieso hab ich nur das gefühl, das das ironisch gemeint war :)
    Re:Oh Mann (Score:1)
    Von networm (cpeyer@mac.com) am Friday 26. January, 14:06 MET (#6)
    (User #118 Info)
    Das Licht wird vom Rauch abgelenkt, reflektiert oder teilweise absorbiert. Aber sicher nicht gebremst.
            - Networm
    Hat doch das eine nix mit dem anderen zu tun. (Score:1)
    Von Raffzahn am Friday 26. January, 20:29 MET (#10)
    (User #345 Info)
    Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ist die berühmte oberste Grenze. Wenn das Licht jetzt unter bestimmten Umständen mal ein bischen herumbummelt, und langsammer ist, dann aendert das nix. Ist eigentlich wie beim Schall. Je nach Medium ist die Schallgeschwindigkeit größer oder kleiner ... und Vakuum ist beim Licht das 'Medium' mit der absolut höchsten Ausbreitungsgeschwindigkeit.

    Bleibt bloss noch die Frage wie hoch die Schallgeschwindigkeit im Vakuum ist :))

    Gruss
    H.
    Cherenkov-Strahlung (Score:1)
    Von jeti (_jens@gamemakers.de_) am Saturday 27. January, 03:04 MET (#11)
    (User #136 Info) http://www.gamemakers.de
    Es gibt ein Phaenomen, dass - glaube ich - Cherenkov-Strahlung heisst. Diese erscheint als blaues Leuchten, und kommt zustande, wenn sich Teilchen mit Ueberlichtgeschwindigkeit bewegen. Das Phaenomen ist wohl grob mit einem Ueberschallknall zu vergleichen, und kann z.B. in Kernreaktoren beobaachtet werden.
    Cherenkov-Strahlung im Vakuum ist aber ausgeschlossen ;-).

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