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Das ist ja alles gut und Recht, aber das Argumentarium ist mies. Von wegen "unklare Gesetzeslage". Die ist völlig klar.
Die neue Verordnung erwirkt eine Abgabe auf Datenträgern (Harddisks, Flashchips, etc.), sofern sie Teil eines Rekorders oder Players sind, und darauf Musik oder Videos aufgenommen, oder zum Abspielen gespeichert werden können. Dies ist gestützt durch URG Art. 20 Abs. 3:
Wer Leerkassetten und andere zur Aufnahme von Werken geeignete Ton- und Tonbildträger herstellt oder importiert, schuldet dem Urheber oder der Urheberin für die Werkverwendungen nach Artikel 19 eine Vergütung.
Mit der Werkverwendung nach Artikel 19 sind unter anderem das Aufzeichnen von TV- und Radiosendungen sowie die Privatkopien gemeint. Die SKS hat nun einfach behauptet, Harddisks und Flashchips seien keine Ton- oder Tonbildträger. Es gilt aber seit je her die Praxis, dass alles als Ton- oder Tonbildträger betrachtet wird, was dazu gedacht und geeignet ist, Musik bzw. Videos zu speichern.
Besonders hat es mich heute Morgen geärgert, als der SKS im Radio insofern zitiert wurde, es gehe nicht an, dass das Bundesgericht mittels fragwürdigen Entscheidungen Politik betreibe. Dieses Argument wird primär von jenen Gruppierungen verwendet, welche den Rechtsstaat schwächen wollen.
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Nicht Kommerz oder Gesetze können OpenSource zerstören, sondern Paranoia und Fanatismus.
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Von Anonymer Feigling am Friday 20. July 2007, 13:06 MES (#2)
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Angesichts unserer kompeteten Richter glaub ich Dir schon. Nur hättest Du noch ne quelle für die Behauptung, dass seit je her die Praxis gelte, dass alles als Ton- oder Tonbildträger betrachtet wird, was dazu gedacht und geeignet ist, Musik bzw. Videos zu speichern?
Merci
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"Übrigens versuchte die Musikindustrie durchzudrücken, das sämtliche Harddisks und Flashspeicher, unabhängig vom Einsatzzweck, mit einer Gebühr belastet werden sollen."
Genau. Das erzeugt in mir eine gewisse Fundamentalopposition gegen jeden Anspruch der MI und auch der Verwertungsgesellschaften. Gib' ihnen irgendwo nach und sie werden glauben, sie dürften alles andere auch...
Ich will jemandem ein Musikstück, das ich selbst gedichtet, komponiert, gesungen und aufgenommen habe, schenken dürfen und können. Schenken heisst, dass er *nichts* dafür zahlt. Nicht nur nicht an mich sondern schon gar nicht an die SUISA oder gar an die IFPI. Ebenso will ich selbst dafür niemandem etwas bezahlen müssen, wenn ich meine Kreativität "materialisiere", weil auf irgend einem (oder mehreren) der dafür notwendigen Geräte Urheberrechtsabgaben drauf sind.
Das Verkaufen geht natürlich analog. Ich erhalte (und will) von der SUISA und der IFPI nichts, also erhalten sie von mir (und meinen Kunden!) auch nichts. Kein Vertrag, keine Verpflichtungen, kein Geldfluss. Punkt.
Grüsse vom Knochen --
Ein christlich Regiment wird durch nichts mehr verhunzt als durch zu viel sogenannte Justiz. J. Gotthelf
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Naja sowas ist Wunschdenken in einem Staat in dem die Konzerne und (Ex-)Konzernchefs regieren.
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Es gibt Bereiche, wo's geht. Wenn ich eine Skulptur baue und Dir schenke kommt niemand abkassieren. Aber da gab es halt noch nie ein Gesetz, deshalb muss auch nichts abgeschafft werden - und da liegt natürlich unser Problem.
Wie P2501 ja schon gesagt hat ist die Rechtsgrundlage sehr wohl auf moderne Dinge anwendbar, aber nur, wenn deutliche Nachteile für den Konsumenten in Kauf genommen werden. Es gibt immer genügend Leute, die das gerne in Kauf nehmen - genau die, die Du erwähnt hast. Aber der Umstand, dass die es noch immer nicht geschafft haben, alle Gesetze im Stil dieser Pauschalabgaben umzugestalten, obwohl die Macht schon seit einigen Jahrhunderten vor allem in diesen Händen liegt, lässt mir doch noch einen Funken Hoffnung.
Grüsse vom Knochen --
Ein christlich Regiment wird durch nichts mehr verhunzt als durch zu viel sogenannte Justiz. J. Gotthelf
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Von Anonymer Feigling am Monday 23. July 2007, 08:01 MES (#17)
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Die Konzerne regieren in diesem Fall gerade nicht!
Wenn die Konzerne regieren würden, gäbe es keine Suisa *und* kein Recht auf Privatkopie. Abgaben auf alle Datenträger ist sozusagen nur der Plan B der MI.
Direkt kassieren ist besser als via die quasikommunistische Suisa.
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Dass Harddisk player und Flashdisk player aber verschieden besteuert werden sollen (rund 100x hoeher), leuchtet mir nicht ein. Das Argument, dass Flashdisks technologisch vorgeschrittener seihen ist ja wohl nicht sehr stichhaltig. Mehr speichern kann man darauf ja nicht.
Irgendwie riecht das nach Gier.
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Oder es zeugt von äusserst mangelhaftem technischen Durchblick.
Gier steckt im gesamten System. Ich habe ein leicht ergänztes Mail in die Sammlung gegeben wo ich auch erkläre, dass es mir als freiem Musiker (frei, weil ich mich explizit gegen eine Mitgliedschaft bei der SUISA entschieden habe, da mir das meine Freiheit zu stark einschränkt) nicht passt, dass die SUISA über Pauschalbeträge auch meine Zielgruppe (egal wie klein die auch immer sein mag) besteuert, ohne dass sie mir davon etwas abgeben muss. Ich erhalte nur Geld, wenn ich mich im Gegenzug massiv einschränken lasse, aber niemand schränkt die Gegenseite ein, trotzdem bei meinen Konsumenten Geld einzuziehen.
Noch bescheuerter sind natürlich die dran, die gar keine Musik produzieren sondern Podcasts u.ä. Die haben noch nicht mal die Chance, bei der SUISA 'reinzukommen.
Grüsse vom Knochen --
Ein christlich Regiment wird durch nichts mehr verhunzt als durch zu viel sogenannte Justiz. J. Gotthelf
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Der eine Grund, das Aufzeichnen von Sendungen, entfällt ja schon heute fast völlig. Radio- und Fernsehsendungen gibt es schon zu (mal grob geschätzt) 80% in Online-Archiven der Sender, Kinofilme und Serien sind meist schon lange vor der TV-Ausstrahlung in den Videotheken. Bleibt noch die Privatkopie. Die gibt es und wird es weiter geben (selbst wenn sie für illegal erklärt werden sollte; nicht mal China hätte ausreichend Polizisten, um das zu verhindern).
Eigentlich müsste man jetzt auch mal für eine Halbierung der Gebühren plädieren, da 50% der ursprünglich angeführten Gründe irrelevant geworden sind. "Piraterie" als neues Argument kann das nicht ersetzen. Das ist ein ganz anderes Ding. Der Schaden, der tatsächlich entsteht (es gibt ihn, nur ist er sehr viel kleiner, als behaupet wird) wird zwar letztlich ohnehin vom Konsumenten bezahlt, aber eben nur von dem der auch ein Produkt der geschädigten Industrie kauft.
Grüsse vom Knochen --
Ein christlich Regiment wird durch nichts mehr verhunzt als durch zu viel sogenannte Justiz. J. Gotthelf
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Naja, so stimmt das nicht. Es wird übrigens immer wieder behauptet, die Abgabe soll Schäden aus illegitimen Kopien decken, aber das stimmt nicht.
Der Hintergrund ist folgender: Das Urheberrecht französischer Prägung, wie wir es in der Schweiz haben, spricht dem Urheber quasi ein Eigentumsrecht an jeder(!) Kopie des Werks zu. Somit hat er auch ein Recht, für jede einzelne Kopie einen Betrag zu verlangen. Gleichzeitig wollte man es den Kunden nicht verunmöglichen, Privatkopien anzulegen, oder Sendungen in Radio und TV aufzuzeichnen (was ebenfalls als Anlegen einer Kopie gilt). Darum hat man es erlaubt, dafür aber diese Gebühr eingeführt.
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Nicht Kommerz oder Gesetze können OpenSource zerstören, sondern Paranoia und Fanatismus.
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Der Haken im System ist, mal abgesehen davon, dass eine Pauschale nie gerecht sein kann, vor allem die eher mässige Flexibilität der Verwertungsgesellschaften. Die SUISA hat sich zwar gemäss ihrer FAQ (Leider wegen Flash-Website nicht wirklich verlinkbar) unterdessen ein wenig bewegt und erlaubt den Künstlern, eigene Werke auf der eigenen Website als kostenlose mp3 zu veröffentlichen. Jedoch keinesfalls über irgendwelche anderen Dienste. Doch allein schon diese FAQ ist so gross und juristisch, dass sich Magenkrämpfe einstellen! Mit den Verträgen befasse ich mich da lieber schon gar nicht mehr!
Als das Gesetz eingeführt wurde gab es wohl niemanden, der auf die Idee gekommen wäre, Künstler wollten ihre Musik (u.ä.) ernsthaft verschenken.
Dem Kunden Privatkopie und Aufzeichnung zu verunmöglichen wäre ja ohnehin nicht möglich gewesen. Man sieht ja jetzt, wie wenige sich darum kümmern, wo die Musik- und Filmindustrie ernsthaft probiert.
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Ein christlich Regiment wird durch nichts mehr verhunzt als durch zu viel sogenannte Justiz. J. Gotthelf
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Von Anonymer Feigling am Friday 20. July 2007, 13:19 MES (#4)
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Diese bis zu 90 Franken hab ich in ein paar Wochen mit Musikdownloads wieder kompensiert, die ja dafür hierzulande legal sind...
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Stimmt zwar... hmm... aber dazu muss es jetzt erst mal genügend Material geben, das ich mir wirklich herunterlade, weil ich es will (und nicht nur, um mal Probe zu hören, ob der Musiker was taugt).
Ich bin primär Klassikhörer, aber nicht so sehr ein Liebhaber, dass es mir drauf ankommt, welcher Musiker da denn nun spielt. Also brauche ich auch nicht immer wieder die neuste Aufnahme des gleichen Stücks. Nach ein paar Jahren hat man da von seinen Lieblingsstücken je eine anständige Aufnahme. Filme kaufe ich mir sowieso ganz selten und nur, wenn sie grad' günstig zu haben sind. Den Rest machen (Web-)Radio und TV eigentlich ganz gut. Trotzdem habe ich die gängigsten Geräte herumstehen, denn man leiht sich doch auch mal was aus und auch die 15 Filme, die ich unterdessen habe, will ich mir ja anschauen können.
--> Mit solchen Pauschalen lässt sich recht gut bei jenen kassieren, die sonst eigentlich gar nichts kaufen.
Ich habe wohl Glück, dass im Handy schon ein mp3-Player drin ist. Allerdings passt da kaum eine Stunde Musik drauf...
Grüsse vom Knochen --
Ein christlich Regiment wird durch nichts mehr verhunzt als durch zu viel sogenannte Justiz. J. Gotthelf
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Ab wann werden den die Abgaben erhoben? Ich will mir nämlich noch ein Archos 605 160GB zulegen...
_.:"Es nützt nichts seine Sorgen in Alkohol zu ertränken, denn Sorgen sind gute schwimmer.":._
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Wenn ich eine CD kaufe, bezahle ich abgaben an die SUISA. Soll ich auch noch eine wegen einem MP3 Player bezahlen?
Ich denke, man koennte doch abgaben auf Lautsprecherkabel machen, man kann mit denen Musik hoeren...
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Klar, nach der momentanen Gesetzgebung ist das durchaus rechtens. Auch wenn man über die Höhe streiten kann.
Wir können aber auch über Microökonomische Details streiten und den ANDEREN Sachverhalt ignorieren:
http://www.dklevine.com/general/intellectual/againstnew.htm
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"The more prohibitions there are, The poorer the people will be"
-- Lao Tse
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> Mit einem generellen Angriff auf die
> Urheberrechtsabgaben oder gar das Urheberrecht
> wäre ich allerdings sehr vorsichtig. Die
> Musikindustrie würde einen solchen Vorstoss
> zweifellos für eine Verschärfung zu ihren
> Gunsten zu nutzen versuchen.
Das ist sicher in genau diesem Zusammenhang nicht Sinvoll.
Aber generell ist es bitter notwendig da einen Generalangriff auf das Urheberrecht selber zu starten. Es geht nicht darum Verschärfungen zu verhindern, es geht darum alles das Hallotria und Schindluder das in den letzten 50 Jahren zugunsten von Monopolisten betrieben wurde endlich einmal rückgängig zu machen.
14 Jahre Urheberrechtsdauer wären Volkswirtschaftlich vermutlich richtig, alles mehr sind Renten für Monopolhalter: http://www.rufuspollock.org/archives/198
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"The more prohibitions there are, The poorer the people will be"
-- Lao Tse
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