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Selbstmordverabredung per Internet
Veröffentlicht durch maradong am Dienstag 12. Oktober 2004, 15:03
Aus der suizidär Abteilung
Internet creative hat auf 20min eine Meldung gefunden: Sieben Japaner haben sich nach einer Verabredung übers Internet selbst getötet. Die Zahl der Selbstmörder, die sich per Internet verabreden soll in den letzten Jahren drastisch gestiegen sein."

creative weiter: "Das Internet als Kommunikationsmittel dient vielen. Den global tätigen Unternehmen zur internen Kommunikation, aber auch um Kundenkontakte zu pflegen. Das Internet dient den Nachrichtensendern, welche Neuigkeiten über das Medium verbreiten. Das Internet dient der privaten Kommunikation unter Freunden, ja sogar Partnerschaften funktionieren teilweise (manchmal mehr manchmal weniger) über das Internet. Es gibt aber auch die schwarze Seite: Verbrechen werden über das Internet geplant, Terroranschläge koordininiert. Das Internet als Kommunikationsmedium bietet auch Leuten eine Plattform, welche mit dem Leben nicht mehr klarkommen. Zig Suizidforen bieten Hilfe bei Selbstmordgedanken. Das ist ja eigentlich an sich nichts Verwerfliches. Sobald Leute aber (und das betrifft vor allem jüngere Menschen) in solchen Foren dazu animiert werden, Selbstmord zu begehen, finde ich das sehr traurig.

Ich wohne im Kanton Zug in der Nähe einer recht bekannten Brücke, wo sich im Schnitt 3 Leute im Monat das Leben nehmen, darunter viele Jugendliche (ja, ich habe so einen guten Bekannten verloren). Es kursierten auch schon Gerüchte, dass in Internet-Foren auf diese Brücke hingewiesen wurde und es soll sogar schon Verabredungen (wie bei dem Fall aus Tokio) gegeben haben. Dies stimmt mich sehr traurig. In diesen Foren kann Leuten (vor allem jungen Leuten) nicht die Hilfe geboten werden, die sie brauchen. Es sollte vermehrt gegen solche Foren vorgegangen werden..."

Ob es wirklich die Lösung ist gegen solche Foren vorzugehen kann ich nicht sagen, aber die immer wiederkehrenden Ueberlegungen die Freiheit im Netz einzuschräken nerven mich schon. Als Goethe Die Leiden des jungen Werther geschrieben hat, gab es auch viele Selbstmörder. Wäre man hingegangen und hätte das Werk entschärft, ähnlich wie wenn man heute das Internet entschärfen würde, würde es viele bekannte Werke heute nicht geben. Damals hat man darüber beraten das Buch verbieten zu lassen, ja in einigen Deutschen Staaten ist das Werk sogar auf den Index gesetzt worden.

War es nicht von Beginn an eines der Ziele des Internets ein Medium ohne Grenzen zu haben, in dem jeder das tun und lassen kann was er will? Ich sehe da schon einige religiöse Probleme auf uns zukommen. Sollte man den Zugang zum Internet nicht einfach nur noch einer Gruppe von Leuten erlauben die vorher psychologisch getestet wurde? Solche Gedankengänge kann ich einfach nicht nachvollziehen. So tragisch es auch ist, muß man denn die Menschen vor jedem und allem schützen? Ist es nicht eine moderne Art des Darwinismus sich gegen Spam und andere Lasten des Internet zu wehren?

Schade ist es nur, daß das Internet auch bei Problemen helfen soll, bei welchen der "Kanidat" besser hätte er würde sich mit Gleichgesinnten persönlich austauschen. Allerdings kann man diesen Punkt auch andersrum bewerten, wenn man sagt, das Internet nehme die Hemmschwelle vieler Menschen weil sie es, wenn man sich über das Internet unterhällt, nicht nötig haben dem Gesprächspartner in die Augen zu sehen. Aber wenn man so weiterargumentiert landet man bei einer ganz anderen Diskussion, nämlich jener ob das Internet nicht zur Verinselung, zur Abkapselung von der Aussenwelt führt.

* Danke auch an Raffzahn für den Hinweis den Titel von "Selbstmord per Internet" auf "Selbstmordverabredung per Internet" zu ändern. Zitat: ... weil am Mord selbst hatte das Netzt nix zu tun, oder haben die jeweils per TCP/IP auf den Knopf gedrückt.., etwas weiter im IRC-Log "weil, letztendlich, es ist heute wie vor 150 Jahren eine sache der Sensationspresse dass solche meldungen ueberhaupt so hochgespielt werden." und noch etwas weiter ach ja, 7 Leute sind noch keine Massen .... sondern höchstens ein Gruppenselbstmord.... wieder ein Baustein zum Hinweis auf die Sensationsgeilheit der Presse.

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    Internet ist nicht schuld (Score:3, Tiefsinnig)
    Von asuzuki am Tuesday 12. October 2004, 15:44 MEW (#2)
    (User #422 Info) http://n.ethz.ch/student/asuzuki
    Ich glaube nicht, dass das Internet oder generell ein offenes Medium an diesen Entwicklungen schuld ist.

    Ich denke es liegt viel mehr an unserer westlichen Gesellschaft, die immer leistungsorientierter und oberflächlicher wird. Nimm mal als Beispiel den allgegenwärtigen Schönheitswahn. Etliche Fernsehsendungen (Schönheits-OP hier, Dismissed da) bauen darauf auf. Im Fernsehen sieht man hauptsächlich schöne Menschen. Mit einer gewissen Reife und Charakterstärke kann man das ignorieren, aber viele (vor allem junge) Menschen können das nicht.

    Ein weiteres Beispiel ist der ominpräsente Materialismus. Tonnenweise Produkte, welche unser Leben besser und erfüllter machen sollen, "Hast du was, bist du was". Später merkt man dass diese Dinge auch nicht glücklich machen.

    Das so ein Fall in Japan passiert, verwundert mich auch nicht sonderlich. Japan ist für eine sehr hohe Selbstmordrate bekannt, das hat aber auch dort seine Wurzeln in der Gesellschaft. Die Japaner sind viel stärker als z.B. Europäer mit ihrer Arbeit verbunden, die Position in einem Betrieb hat einen ungeheuren sozialen Stellenwert. Die Beziehung zur Arbeit ist bei vielen sehr intensiv, sie stellt das Zentrum ihres Lebens dar. Wird es ihnen genommen (z.B. durch Entlassung), fallen viele in ein Loch.
    Re: Internet ist nicht schuld (Score:2)
    Von Falstaff am Tuesday 12. October 2004, 15:57 MEW (#5)
    (User #907 Info)
    Hallo,

    Ich glaube nicht das du hiermit die zentralen Problematik Argumentiert hast.

    Klar, ich denke auch nicht das hier das Internet an der Entwicklung dass immer mehr Selbstmorde begangen werden schuld ist. Zuerst muss ja der Gedanke da sein, und ich denke da sind sicher auch die von dir genannten Punkte häufig auslöser. Das Problem ist das es für viele einfacher ist, übers Internet sich zu Informieren (Welche Brücke...) oder zu Kumunizieren (Verabredung wie in Japan) etc. Das Internet machts einfacher, ich denke das entspricht auch der Wahrheit!

    Jedoch ist das für mich auch kein Grund mit Zensur aufzufahren! Ich denke in diesen Bereichen sind vermehrt die Schulen gefragt! Mann sollte die Kinder schon in der Schulzeit mental stärken, auf die heutige Welt vorbereiten....

    Wie seht Ihr das?
    --
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    Re: Internet ist nicht schuld (Score:1)
    Von blindcoder (symlink@scavenger.homeip.net) am Wednesday 13. October 2004, 07:36 MEW (#10)
    (User #1152 Info)
    Ich denke in diesen Bereichen sind vermehrt die Schulen gefragt!

    Klar, kaum sind die Kleinen in der Schule, haben die Eltern keine Verantwortung mehr, oder wie?
    Was die Eltern nicht vermitteln koennen, kann in der Schule auch nicht ausgebuegelt werden. Das gilt auch und besonders fuer die Achtung vor dem Leben (Eigenem und Fremden).
    Re: Internet ist nicht schuld (Score:0)
    Von Anonymer Feigling am Wednesday 13. October 2004, 08:02 MEW (#11)
    also zensur hilft da auch meiner meinung nach nicht. denn wenn eine person solche gedanken hat, aber eben schon so in sich zurueckgezogen ist, und nicht wie heute solche foren gibt (wo sich gleiche leute unterhalten/austauschen/hilfe geben) dann kann noch viel mehr kaputt gehen. hier sollte man den betreibern mehr auf solche dinge aufmerksam machen damit die eben solche treffen, wenn sie denn oeffentlich abgemacht werden etc, verhinder oder unterbinden koennen. natuerlich koennen die betreiber auch nicht alles sehen, was die mitglieder machen, und hier faengt das problem an. denn nun wird der menschliche/gedankliche wille der der das handeln uebernimmt. und sehen wir es mal real, wenn sich jmd selbst toeten will. kann man an sich nichts machen, da kein wille aenderbar ist, und die meisten diesen wunsch so tief in sich haben das hier nur noch kompetente helfen kann. aufklaerung (schule/eltern, etc), ist schoen und gut, nur das ist ein persoenliches problem und keine droge. sprich vor drogen kann man warnen, aber doch nicht vor gedanken des einzelnen. solche menschen die sich viele gedanken darueber machen und dies auch in irgendeiner art und weise vorhaben, muessen nicht dumm sein. wuensche sind leider nicht aenderbar...
    Re: Internet ist nicht schuld (Score:1)
    Von Falstaff am Wednesday 13. October 2004, 14:24 MEW (#12)
    (User #907 Info)
    Ja logisch, die Eltern sind immer auch gefragt.

    Aber dass kann der Stadt nicht beeinflussen. Ich habe von für den Stadt direkt beeinflussbare Parameter geredet. Zensur, wäre eine Lösung, aber mein Vorschlag ist nun, da eher in den Schulen anzusetzten!

    Logisch, die Schule kann nicht alles ausbügeln, aber die Schule sollte sich immer der Zeit anpassen...
    --
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    Das ist keine Schlagzeile wert... (Score:3, Tiefsinnig)
    Von Frank-Schmitt am Tuesday 12. October 2004, 15:49 MEW (#3)
    (User #1302 Info)
    Hätten sich die 7 Leute auf einem Bahnhof, in einer Disko, auf der Arbeit oder[...] kennen gelernt, hätte kein Hahn danach gekräht, aber sobald das Internet ins Spiel kommt, versucht man eine Sensation daraus zu machen. Wer sich das Leben nehmen will, der macht es so oder so, mit oder ohne Internet.
    Re: Das ist keine Schlagzeile wert... (Score:2)
    Von tr0nix am Tuesday 12. October 2004, 16:25 MEW (#6)
    (User #741 Info)
    Es ist auch ein anderes zusammenkommen. Man kann "anonym", in einem kleinen unbekannten Teil des Netzes seine Perversionen ausleben und Gleichgesinnte finden. Ein ähnliches Medium gibt es meines Erachtens nicht. Das zeigt ja auch schon der Kannibalenmörder aus Deutschland.

    Schlussendlich sind die "primitiven" (nicht vom Niveau her, mehr "verinnerlichten") Wünsche die wohl von der heutigen Gesellschaft oftmals als mehrheitlich pervers angesehen werden, schuld an solchen Vorkomnissen.


    ----------------
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    Re: Das ist keine Schlagzeile wert... (Score:0)
    Von Anonymer Feigling am Tuesday 12. October 2004, 17:12 MEW (#7)
    poste mal deine email adr. ich will dir schreiben. vielleich wird noch mehr daraus
    Schutzbedürftige (Score:2)
    Von creative (stefan at tlmedia punkt ch punkt nospam) am Tuesday 12. October 2004, 15:55 MEW (#4)
    (User #1607 Info)
    So tragisch es auch ist, muß man denn die Menschen vor jedem und allem schützen?

    Was die mündigen (mehr oder minder) Bürger auf dem Internet treiben, ist mir eigentlich egal. Ein erwachsener Mensch kann selbst entscheiden, was für ihn gut ist und was nicht.
    Kinder und Jugendliche jedoch (und genau bei denen ist die Selbstmordrate in der Schweiz im internationalen Vergleich am höchsten) sollten vor solchen Inhalten (und auch Foren) geschützt werden. Denn sie können Informationen noch nicht so differenziert auffassen wie Erwachsene (ja, manch ein Erwachsener kann dies auch nicht).

    Wie aber schützt man diese "Schutzbedürftigen" vor dem bösen Medium Internet? Soll es alleine an den elterlichen Erziehungsmassnahmen liegen?
    Ich glaube, der erste Schritt liegt bei der Diskussion ElternKinder... Aber sobald diese Diskussionen bei den Kindern und Jugendlichen nicht mehr greifen sind erweiterte Massnahmen erforderlich. Und das ist (ich bin auch gegen Internet-Zensur und Überwachung) klar Aufgabe des Rechsstaates.
    Re: Schutzbedürftige (Score:1, Tiefsinnig)
    Von Anonymer Feigling am Tuesday 12. October 2004, 17:42 MEW (#8)
    Wenn sich jemand umbringen möchte, dann wird er oder sie einen Weg dazu finden, ob nun verabredet und als statistische Häufung oder zeitfern verteilt.

    Nein, solche Foren sollte man nicht verbieten,
    das Leben gehört dem Betreffenden selbst,
    und er hat die alleinige Entscheidungsgewalt
    darüber es fortzusetzen oder nicht

    - leider nehmen Selbermörder wenig Rücksicht auf Dritte -

    das gleiche gilt nunmal für Kinder und Jugendliche, wer diese Entscheidungsgewalt negiert, wird durch die Realität eines besseren
    belehrt, ich spreche hier eindeutig nicht
    von Recht, sondern von Entscheidungsgewalt.

    Das Problem was ich sehe ist folgendes, nur ein geringer Prozentsatz der Forenteilnehmer
    begeht auch wirklich Selbstmord, und diese
    Foren sind ja nicht ursächlich für das Problem
    Jugendsuizide, sondern nur ein Symptom

    - die Selbstmordrate bei Jugendlichen war schon
    immer im Vergleich zu den Twens hoch -

    es wäre sinnvoll das Symptom und die
    Betroffenen selber ernstzunehmen,

    als solche Foren zu verbieten oder zu begrenzen,
    wer sich wirklich umbringen will, der wird
    das auch alleine tun.

    Warum macht denn in der Schweiz niemand mal
    eine Untersuchung, welche auf die Gründe für die
    Selbstmorde abzielt, wenn die Rate denn so hoch ist, muss es ja eine psychische, soziale, genetische, neurochemische oder umweltbiologische Ursache haben, und dann könnte man Anzeichen im Vorfeld erkennen, und mit sinnvoller und gezielter Hilfe zur Stelle sein.

    Ich weiss selbst wie schrecklich es ist, einen
    Menschen durch einen Selbstmord zu verlieren,
    mein bester Freund hat Selbstmord begangen,

    er hat leider keine Symptome gezeigt,
    da er aber mein Freund war, muss ich seine
    Entscheidung respektieren, wenn ich sie auch
    nicht gut heissen kann, aber ich kann Ihm
    für eine Entscheidung die er für sich selbst
    getroffen hat nicht böse sein, denn es war
    sein Leben.

    wiedermal typisch (Score:1, Tiefsinnig)
    Von Anonymer Feigling am Tuesday 12. October 2004, 21:25 MEW (#9)
    klar ist die zahl der leute gestiegen, die sich übers internet zum selbstmord verabreden. schließlich gibts das netz erst seit ein paar jahren und wurde noch nie so exzessiv benutzt wie die letzten 2-3 jahre... schreibt doch auch keiner "selbstmordverabredung per telefon" oder "selbstmordverabredung per brief"... *kopfschüttel*

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