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Bombenpropaganda im Internet
Veröffentlicht durch kruemelmonster am Sonntag 28. Januar, 09:38
Aus der digital-warfare Abteilung
Nachrichten sultanine writes "Die strategische Bedeutung des Web wächst"

Auf einer scheinbar inaktiven Homepage werden entstellte Leichen gezeigt und als "Opfer barbarischer Palästinenser" bezeichnet. Diese Internetseite ist pure Propaganda: Ein Israeli betreibt seinen privaten Informationskrieg.
Das Internet ist zum Hauptschauplatz moderner Kriegspropaganda geworden, wie eine neue Studie anhand des Nahostkonflikts exemplarisch verdeutlicht. General Walter Jertz, militärischer Sprecher der Nato im Kosovo-Krieg und Verfasser des Buches "Krieg der Worte, Macht der Bilder - Manipulation oder Wahrheit im Kosovo-Konflikt " misst dem Web wachsende strategische Bedeutung bei: "Militärische Propaganda via Internet ist heute ein mitentscheidende Komponente in der Kriegsführung."
Jertz, mittlerweile kommandierender General Luftwaffenkommando Nord der Deutschen Bundeswehr, nennt als Beispiel die Operation "Allied Force":
"Die Bilder und Filme, die wir damals ins Netz stellten, prägen bis heute die öffentliche Sicht des Kosovo-Krieges." Dies bestätigt Albert Stahel, Strategieexperte der Universität Zürich. "Dank Internet können die Kriegsparteien die gegnerische Propaganda wirkungsvoll konterkarieren", ausserdem so Stahel, fand in den letzten Jahren eine Intensivierung militärischer Propaganda statt. Eklatantester Fall ist auch für Militärexperte Stahel der Kosovo-Krieg. Stunden nach dem Einschlag einer Cruisemissile in Serbien stellte die Nato den Zielfilm der Gefechtskopfkamera ins Netz. Der "Beweis" für die Zielgenauigkeit des "chirurgischen Eingriffs" stand online bereit.
Gleichzeitig zeigten jugoslawische Internetseiten Bilder von Toten und verstümmelten Zivilisten, die angeblich Opfer derselben Rakete wurden - Beweise und Gegenbeweise für zivile Opfer standen nebeneinander im Internet.
Der Kampf um das beste Propagandabild ist inzwischen kriegsentscheidend.
"Bilder in Fernsehen und Internet sind Waffen", sagt Ex-Nato-Sprecher Walter Jertz. "Bei Kriegsbeginn fehlte uns Bildmaterial, um den emotionalisierenden serbischen TV-Aufnahmen Gleichwertiges entgegensetzen zu können." Erst mit den Bildern von Flüchtlingen aus Kosovo sei es der Nato gelungen, ein "Gleichgewicht der Macht der Bilder herzustellen", so Jertz. Das Bündnis gewann schliesslich den Krieg. Nicht zuletzt wegen der 1,5 Millionen Besucher, die es pro Tag auf seine Homepage locken konnte.
Nicht nur die hoch technisierten Industrieländer propagieren ihre militärischen Anliegen erfolgreich im Internet. In Mexiko führen die Zapatisten seit Jahren einen erfolgreichen Internetpropagandakrieg gegen die Regierung. Den von den USA aus betriebenen Propagandaseiten der Tschetschenischen Befreiungsbewegung hat die offizielle russische Informationspolitik nichts entgegenzusetzen.
"Das Internet ist im Moment und in absehbarer Zukunft das ideale Medium, um die Menschen zu beeinflussen", meint Jertz. Albert Stahel pflichtet ihm bei: "Der Informationskrieg wird sich steigern."

2. Tagung des ICANN Studienkreises in Zürich | SDMI Crackverfahren endlich einsehbar  >

 

 
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    Neu ist der private Informationskrieg (Score:2, Tiefsinnig)
    Von ricola (sam+symlink.ch@trash.net) am Monday 29. January, 22:49 MET (#1)
    (User #306 Info)
    Dass Kriegsparteien Propaganda machen, ist ja nichts Neues. Das Problem, welches das Internet bringt, sind private und halbprivate Seiten. Wenn ich Erklärungen, Bilder usw. sehe, die von einem kriegsführenden Staat kommen, kann ich mir denken, dass ich sie zumindest mit Vorsicht geniessen muss - ich kenne die Quelle und deren Motivation. Bei der Site einer Privatperson oder einer Organisation hingegen weiss ich das nicht; ich kenne die Person nicht, deren Motivation, ihr Wissen.

    Wie man trotzdem an verlässliche Informationen kommt, weiss ich nicht. Die Medien scheinen die "glaubwürdigere" Quelle zu übernehmen, d.h. z.B. die "Informations"-Zentrale einer Regierung. Andere Quellen brauchen viel Vertrauen in unbekannte Personen. Ich muss z.B. einer Schweizer Organisation vertrauen, dass sie vertrauenswürdige Partnerorganisationen wät;, und diese muss wiederum vertrauenswürdige Informanten vor Ort haben.

    Da spricht man von der Informationsrevolution, und schlussendlich weiss man (einmal mehr?) weniger als vorher...

    -Simon

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