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| Mit SAKE kommt die Telefonumfragepflicht des Bundes |
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Veröffentlicht durch hernani am Freitag 04. September 2009, 08:23
Aus der Ich-habe-nichts-zu-verbergen Abteilung
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Es scheint als seien die Sommerferien gut geeignet um Datenschutz in grossen Schritten zu Grabe zu tragen. Da wird zur Feier der Nation hierzulande die Inkrafttretung einer Echtzeit-Überwachungsinfrastruktur angekündigt und dann ist diesen August noch bekannt geworden (ktipp.ch, tagesanzeiger.ch), dass jetzt eine staatliche Telefonumfragepflicht kommt. Über die Daten soll das BFS, das Bundesamt für Statistik, zuletzt nur in anonymisierter Form verfügen. Immerhin?
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Das BFS-Projekt nennt sich SAKE oder Schweizerische Arbeitskräfteermittlung. Es wurde dafür die "Verordnung über die Durchführung von statistischen Erhebungen des Bundes" verändert. Wortspielerisch würde SNAKE besser passen, denn letzten Endes handelt es sich um ein listiges Spiel. Man lässt sich die Daten über die Leitung entweder absaugen oder wird vergiftet: Man bezahlt eine Art Datenschutzgebühr, die "[...] in etwa den Kosten entsprechen, die durch eine Antwortverweigerung verursacht werden.". Man munkelt von (bis zu) CHF 70.--.
Gemäss dem BFS soll die staatliche Telefonbelästigung ob dem 1. Oktober 2009 ernst zu nehmen sein und sie wird immerhin im vornherein angekündigt werden - per Briefpost. Das soll wohl helfen bei der Unterscheidung zwischen der guten und schlechten Invasion in die Privatsphäre. Im Zweifelsfall kann man sich an die SAKE-Hotline wenden: 032 713 61 30. Man kann dem BFS auch helfen einen überhaupt ausfindig zu machen, falls man sich gerade überlegt wichtige Registereinträge ändern zu lassen; das dann auch gerne via Webformular.
Allerdings ist das Schlangenspiel nur eine Schiene - es ist die erkennbare BFS-Action in 2009, zum grossen Schlag nämlich wird dann zur Volkszählung 2010 ausgeholt; dann eher unbemerkt. Informationell gut gebüschelt unter Begriffen wie Registerharmonisierung oder sedex verborgen, findet man das länger geplante Vorhaben, zu dem sich kaum Widerstand regt. Dabei wirds auch keine Formulare geben wie bei früheren Volkszählungen, keine Anrufe, keine Möglichkeit zu Falschangaben. Die Datenkrake BFS fordert von allen Gemeinden die Ausgabe der Registerdaten in elektronischer (XML-)Form und zentralisiert bei sich alles. Neue Datenverknüpfungen zur letzten Volkszählung gibts ebenfalls: Es kommt mit der neuen AHV-Nr., der Gebäude-ID und darin der Wohnungs-ID geradewegs zur Dreifaltigkeit.
In so einem Kontext sind die Daten über die Beschäftigungslage, die man sich via SAKE "erpresst", dazu nur komplementär; es wird sich das beschafft, was in den Gemeinderegistern nicht zwangsweise drin steht.
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Wir sind in keiner Weise für sie verantwortlich.
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<RANT>
Das Bundesamt für Statistik heisst Bundesamt für Statistik weil es das Bundesamt für Statistik ist. Und weil es das Bundesamt für Statistik ist hat es den Auftrag, für den Bund Statistiken zu erstellen. Ohne Daten kann es das nicht und ohne Statistiken kann ein Führungsgremium seine Arbeit nicht durchführen. Wollt Ihr den Schweizerischen Staat, mit allen Nachteilen die eine Führungsstruktur mit sich bringt oder wollt Ihr die Anarchie (die, wie schon die antiken Staatswissenschaftler wussten, sofort in die Diktatur kippt sobald der Massstab gross genug wird)?
Zudem geht mir die Formulierung, dieses geschwülstige, halb unverständige Gebrabbel, auf den Geist. Es gibt gute Gründe gegen einige der Aspekte der Statistikerstellung und erst recht die Art, wie die Politik aus den Zahlen komische und ihnen gerade passende Schlüsse zieht, aber es gibt IMHO keinen Grund, das ganze in einem Stil zu verfassen der dem kommunistischen Manifest von Marx gleicht (das ich erfolglos zu lesen versucht habe während ich sogar in Hexametern nachgedichtete antike Philosophie, das Silmarillion von Tolkien auf englisch, die Bibel in der Übersetzung von 1960 oder die Edda weitgehend problemlos als Bettlektüre lesen kann). Ich will auf Symlink einigermassen allgemeinverständliche und vor allem stilistisch sachliche Information sehen und alles, was es gegen das Bundesamt für Statistik zu sagen gibt, *kann man problemlos so formulieren*! Blumige Ausschmückungen und geniale Wortkreationen gehören in die Poesie, wo es harmlos ist, wenn einer sie nicht versteht.
</RANT>
Grüsse vom Knochen --
Tiere töten, um zu leben. Menschen sterben, um zu töten.
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Von Anonymer Feigling am Friday 04. September 2009, 21:23 MEW (#5)
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- Telefonabnehmepflicht?
- Zuhauseseinpflicht?
- Nichtmehrausgehpflicht?
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