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Die Währungen der Open Source Community
Veröffentlicht durch maradong am Sonntag 26. Juni 2005, 14:24
Aus der wenns-kein-$-$-$-ist-was-dann Abteilung
Braindump bones hat sich einige interessante Gedanken über die Motivationen bei den OpenSource Entwicklern gemacht, und diesbezüglich eine längere Einsendung eingesendet: "Die Inspirationskraft einer frühmorgendlichen Dusche (gleich nach dem Mittagessen) hat mich darauf gebracht, das Wirtschaftssystem der Open Source Community unter die Lupe zu nehmen."

bones schreibt weiter: "Viele Menschen sind ja der Ansicht, freie Software müsse nicht bezahlt werden und stellen sie deshalb als Gegenpol zu der nach klassischen Wirtschaftsmodellen produzierte Ware dar. Nun, das ist falsch. Jeder Open Source Programmierer will bezahlt werden. Jedoch behält er sich vor, nicht nur den Preis, sondern auch die Währung zu wählen. Nun gibt es eine Hauptwährung und ein paar Nebenwährungen. $, £, €, Pizza, Bier, Chilisause, Zeit u.v.a.m. sind Nebenwährungen. Die Hauptwährung für Open Source ist Anerkennung.

Anerkennung hat nun den Nachteil, dass sie nicht beziffert werden kann. Sie hat auch den Vorteil, dass sie nicht beziffert werden kann. Das ist kein Freud'scher Verschreiber sondern eine Tatsache. Der Umgang mit dieser Währung erlaubt einige Freiheiten und hat einige Tücken. Es ist kein standardisiertes Material und deshalb können die Vorstellungen davon, was wieviel wert ist, deutlich voneinander abweichen. Allderdings ist das noch kein Grund zur Panik, denn die Community besteht ja nicht nur aus zwei Personen. Nach und nach haben sich durchaus Usanzen herausgebildet und die Gesetze von Angebot und Nachfrage existieren nach wie vor.

Eine vollständige Liste der Formen von Anerkennung ist ja unmöglich. Jedoch gibt es eine ganze Menge Varianten aus denen sich jeder jene herauspicken kann, die ihm liegen. Schon das Herunterladen der Software ist ein wenig Anerkennung; das Anwenden derselben auch.

Fast immer ist irgend eine Form einer Nebenwährung im Spiel, denn die sind ja alle zu einem mehr oder minder grossen Teil in die Hauptwährung konvertibel. Einen recht hohen Kurs hat die Zeit, denn der Programmierer hat davon meist zuwenig. Steckt jemand Zeit in die Sache und spart damit dem Programmierer welche ein (letzteres muss allerdings dann schon sein) wird das sehr gerne gesehen. Geld hat auch einen Wert - das Sprichwort "Zeit ist Geld" stimmt auch hier - aber das Verhältnis ist normalerweise nicht 1:1. Zeit ist begrenzter als Geld da der Tod noch schwerer zu bequatschen ist als das Finanzamt. Viele weiteren Varianten stehen zur Verfügung; einige davon so individuell, dass ich sie gar nicht kenne. Dafür gibt es ja dann noch die Kommentare.

Ein Missverständnis-Potenzial hat es dann, wenn der Käufer zwar Anerkennung bringt, aber dies nur in Formen tut, die dem Verkäufer nicht bekannt werden. Die Anerkennung darf durchaus indirekt, ja sogar anonymisiert fliessen, aber sie sollte schon am Ende auch noch irgendwie ankommen.

Um zum Schluss noch schnell über den Tellerrand hinaus zu sehen: Es gibt noch mehr geldlose Wirtschaftssysteme. Da sind zum Beispiel die buddhistischen Mönche, die keine Fixpreise oder fixe Währung für ihre Leistungen habe, aber am Ende doch essen müssen. Der Umstand, dass es sie noch gibt, ist ein Zeichen dafür, dass auch hier ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage besteht. Ein anderes System ist die Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Auch hier scheint, im grossen und ganzen, ein Gleichgewicht zu existieren. In diese Rechnung fliesst natürlich auch die Arterhaltung ein. Geld ist, in beiden Fällen, wiederum eine der möglichen Nebenwährungen."

Wie steht es mit den Symlink-Lesern. Gebt ihr bones in seiner Überlegung recht? Denkt ihr, daß man das Verhalten vieler, vielleicht sogar der Mehrheit der OSS Entwickler auf dieses beschriebene Verhalten zurückführen kann? Es wäre auch interessant zu wissen, ob ihr ähnlich überlegt, wenn ihr etwas entwickelt, was nachher Freie Software werden soll.

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  • Diese Diskussion wurde archiviert. Es können keine neuen Kommentare abgegeben werden.
    stimmt (Score:2, Tiefsinnig)
    Von apple am Sunday 26. June 2005, 15:22 MEW (#1)
    (User #817 Info)
    Ich glaube, ich hatte etwas ähnliches schon mal auf einem Newsticker gelesen, der über eine wissenschaftliche Studie zur Motivation der OSS-Entwickler berichtete.

    Als OSS-Entwickler kann ich sagen: stimmt.
    Bei meinem Baby (translucency.sourceforge.net) hab ich mir auch gern die Statistiken angesehen und wenn jemand gemailt hat, der es tatsächlich für etwas sinnvolles benutzt hat (z.B. Alex de Landgraaf für Morphix) dann ist in der Folgezeit auch deutlich mehr Arbeit in die Weiterentwicklung geflossen.
    Ähnlich auch bei meinen CGIs und sonstigem perl geschriebsel. Die zeig ich den Leuten und wenn sie reichlich beeindruckt sind, wird es noch besser :-)

    Re: stimmt (Score:1)
    Von Allo am Sunday 26. June 2005, 15:27 MEW (#2)
    (User #1379 Info) http://www.meine-gepardenforelle.de.vu
    das sieht auch wirklich gut aus.
    sowas wie das was jetzt bei knoppix verwendet wird, oder?

    Allo
    PS:
    www.suma-lab.de/yacy/
    Re: stimmt (Score:1)
    Von gaga am Sunday 26. June 2005, 15:51 MEW (#3)
    (User #1559 Info)

    Selbstverstaendlich ist es eines der Hauptanliegen eines jeden Programmautors, dass die eigene Software benutzt wird. Sonst waere das ganze schliesslich nur vertane Zeit.

    Aber kann das wirklich der einzige Grund sein?

    Gruss,

    Gaga/Guenther


    Re: stimmt (Score:2, Interessant)
    Von apple am Sunday 26. June 2005, 16:08 MEW (#4)
    (User #817 Info)
    nein, es kommen immer noch andere Faktoren hinzu:
    - der geekness Faktor - zu demonstrieren dass etwas cooles geht z.B. Blinkenlights
    - der nützlichkeits Faktor - Leute schreiben das, was sie brauchen (ich wollte Dateien auf einer CD ändern, ohne remastern)
    - daran hab ich zwar damals nicht gedacht, aber es ist schon erwähnenswert, dass meine derzeitige Beschäftigung aufgrund eines Artikels über mein Projekt im Linux-Magazin kam. "Du kennst dich doch mit Linux Kernel Programmierung aus" meinte da jemand.
    Re: stimmt (Score:1)
    Von c-mon (simon [bei] blubb (punkt) li) am Sunday 26. June 2005, 18:59 MEW (#5)
    (User #1208 Info) http://blubb.ch
    du hast noch ein paar dinge vergessen:
    - freude an der technik
    - dass man meist dabei noch etwas dazulernt
    - das gefuehl, einer sinnvollen beschaeftigung nachzugehen
    - simpler zeitvertreib
    Re: stimmt (Score:0)
    Von Anonymer Feigling am Sunday 26. June 2005, 21:45 MEW (#7)
    ausleben der künstlerischen Seite,
    wenn man mal den durchschnittlichen
    Perl-Code betrachtet .. eine sehr
    abstrakte Form der Kunst, und nicht
    für jeden auf den ersten Blick verständlich

    Re: stimmt (Score:2)
    Von bones am Monday 27. June 2005, 11:19 MEW (#9)
    (User #481 Info) http://www.chabis.ch
    Das? :-)

    Grüsse vom Knochen
    --
    Ein christlich Regiment wird durch nichts mehr verhunzt als durch zu viel sogenannte Justiz.
    J. Gotthelf
    Re: stimmt (Score:1)
    Von Allo am Sunday 26. June 2005, 21:35 MEW (#6)
    (User #1379 Info) http://www.meine-gepardenforelle.de.vu
    mir reicht es oft, schon, wenn ichs selber brauchen kann.
    cooler text (Score:1)
    Von HAL am Sunday 26. June 2005, 23:32 MEW (#8)
    (User #374 Info)
    Hallo

    > Die Inspirationskraft einer frühmorgendlichen
    > Dusche (gleich nach dem Mittagessen) hat mich
    > darauf gebracht, das Wirtschaftssystem der Open
    > Source Community unter die Lupe zu nehmen

    Dein Artikel ist toll, aber am tollsten finde ich den Humor, den Du an Stellen wie dieser eingeflochten hast :). Danke!
    Stimmt eher nicht (Score:2)
    Von dino (neil@franklin.ch.remove) am Monday 27. June 2005, 11:32 MEW (#10)
    (User #32 Info) http://neil.franklin.ch/
    Die Hauptwährung für Open Source ist Anerkennung.

    Also mal Hand hoch, wer je mal ein Projekt gemacht hat, nur (oder hauptsaechlich) weil es dafuer Anerkennung gab. Niemand? Nur am bezahlten Arbeitsplatz (fuer Anerkennung=Geld)? Also doch nix mit dem als Hauptwaehrung. Dachte ich es mir doch. Die Theorie wird zwar oft aufgestellt, scheint aber nicht mit der realen Machern zusammenzupassen.

    Wieso hackt (oder bastelt) man? Sicher mal Grund Nummer 1: Weil man das Endergebnis haben will, zum damit etwas anstellen koennen, die Welt formen. Und Grund 2: Weil man das Erlebnis des Weges bis dorthin haben will, sei es lernen oder nur Spass am spielen. Kurz: Weil aktiv sein geil ist.

    Alles andere, alles was mit Reaktionen anderer Leute zu tun hat, also alles was nur indirekten Nutzen fuer einen hat, sind wohl ausschliesslich Nebeneffekte. Egal ob Geld oder andere Form von Anerkennung.
    --
    hardware runs the world, software controls the hardware,
    code generates the software, have you coded today

    Re: Stimmt eher nicht (Score:2)
    Von bones am Monday 27. June 2005, 19:58 MEW (#11)
    (User #481 Info) http://www.chabis.ch
    Hmm... Anerkennung => Verbesserung der sozialen Stellung => Besseres Leben (kann wieder Geld sein, muss aber nicht) ... ja, die Anerkennung dürfte auch ein Glied in der Kette sein, die zum eigentlichen Endziel jedes Menschen führt. Andererseits - keiner gibt dir *direkt* ein besseres Leben. Umwege sind also wohl einfach unumgänglich. Geld anzuhäufen ist ja auch so ein Umweg (und es wäre falsch, ihn als grundsätzlich verkehrt abzutun - was täten wir denn ohne Pensionskasse?).

    Spass am Spielen führt sicher auch irgendwie zu einem Ergebnis, aber wenn einem mal das Spielzeug verleidet ist wird es nicht mehr weiterentwickelt. Bei mir heisst das meist, dass etwas nicht so richtig fertig wird - aber das ist halt einfach jetzt mein Naturell. Wenn aber von aussen Anerkennung kommt und das Programm von vielen Leuten benutzt wird gibt es noch den Ansporn, auch nach dem Spielen noch weiterzumachen; sicher auch in der Hoffnung, dass diese Anerkennung einem das Leben leichter macht (und das tut sie ja auch ab und zu).

    Grüsse vom Knochen
    --
    Ein christlich Regiment wird durch nichts mehr verhunzt als durch zu viel sogenannte Justiz.
    J. Gotthelf

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